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Egal ob jung oder alt, ob Sci-Fi-Veteranen oder Genre-Neufans, ob von nah oder fern, ob kostümiert oder in „zivil” - am Pfingstwochenende vom 18. bis 21. Mai 2018 strömten wieder tausende Fans zur FedCon - der bereits siebenundzwanzigsten Veranstaltung dieser Art. Dieses Jahr durfte ich mich das Wochende für FANDOM unter die Fans mischen und für euch vom größten Science-Fiction-Event Deutschlands berichten. 

FreitagBearbeiten

Zugegeben: Ein wenig aufgeregt erreichte ich den Veranstaltungsort am Freitagmorgen nach einer langen Busfahrt. Doch: Ich wurde nicht enttäuscht. Immerhin ist die FedCon die bekannteste Convention zum Thema Science Fiction im europäischen Raum mit einem gutem Ruf! Das Maritim Hotel inmitten des Regierungsviertels von Bonn stellte sich als äußerst elegant gewählter Veranstaltungsort heraus - sowohl für die vielen Fans, als auch für die zahlreich geladenen Stargäste. Während des Eincheckens konnte man schon vor Betreten der Hallen erste Bekanntschaften schließen und Gespräche mit Gleichgesinnten führen. Noch bevor Panels und Vorträge begannen, konnte das weitläufige Gelände in Ruhe erkundet werden.

Und das kam vor allen Dingen den verschiedenen Ausstellern in zwei Sälen zu Gute. Im Gegensatz zu anderen Conventions war hier deutlich zu spüren, welches Thema vorherrschte. Zwar gab es auch Merchandise zu einigen anderen Science-Fiction-fernen Serien zu erstehen, doch man fand viel mehr Händler, die sich auf spezielle Fandoms (zum Beispiel "Star Trek", "Star Wars", "Battlestar Galactica", "Dr. Who") und entsprechende Artikel wie DVDs, Bücher, diverse Magazine und deren Comics spezialisiert hatten. Im Gegensatz zu zahlreichen anderen Veranstaltungen, hatte man sich hier gezielt auf die Vorlieben der Besucher fokussiert. Darunter waren auch namenhafte Autoren wie Christian Humberg und Robert Corvus zu finden. Natürlich durften auch die üblichen Fotokulissen, Cosplayer und Vereine nicht fehlen. Besonders positiv stachen dabei die Umweltorganisation "Sea Shepherd" und der Stand der europäischen Weltraumorganisation "ESA" hervor.

Die zahlreichen Veranstaltungsräume luden über die Tage dazu ein, sich Vorträge anzuhören, mehr Nerd-Wissen anzueignen und spannenden Panels zu lauschen - das Programm war wirklich vielfältig und Pausen gab es kaum. Man hatte dieses Jahr auch wieder einige Stargäste aus "Star Trek" und einen Großteil aller "Battlestar Galatica" Hauptdarsteller in die Bonner Hallen einfliegen lassen können. Einige der Schauspieler sind mittlerweile schon fast Stammgäste der Veranstaltung. Groß war auch meine Freude, die Darsteller Kara "Starbuck" Thrace (Katee Sackhoff) oder Laura Roslin (Mary McDonnell) zu sehen. Als Trekkie konnte ich mir natürlich auch nicht den Q-Darsteller John de Lancie entgehen lassen, der wirklich ein unterhaltsamer Gast war. Positive Aussichten gab es vom sympathischen Ba'al-Darsteller Cliff Simon: Er ließ verlauten, dass "Stargate Origins" wohl nicht die letzte Serie des Franchises gewesen sei. Man wolle mit der Serie den Markt und die Fans auskundschaften. Man darf gespannt sein!

Angesichts der Räumlichkeiten ist anzumerken, wie professionell die Veranstaltung auch dank der freiwilligen Helfer organisiert wurde. Dies wurde mir auch von dem einen oder anderen langjährigem Besucher dieser Con bestätigt, da es früher deutlich mehr Organisationsprobleme gab. Geordnet ging es vor allem bei der Platzwahl im Hauptsaal (Main Bridge) zu, wofür gewisse Bezeichnungen auf der Besucherkarte sorgten. Klasse! So muss niemand um einen Platz fürchten und selbst von der Empore hat man einen hervorragenden, wenn nicht genauso guten, Blick auf die Bühne. Problematischer entpuppten sich da eher die kleineren Säle, die bei dem ein oder anderen Programmpunkt durchaus proppenvoll waren. Da heißt es: entweder stehen oder auf den Boden platznehmen. Hier hätte ich mir gewünscht, dass es ein wenig mehr Sitzmöglichkeiten gab. Auch waren Plätze zum Ausruhen eher außerhalb des Geländes in der Lounge des Hotels zu finden.

Besonderes Highlights waren natürlich auch Star-Trek-Experte Hubert Zitt und Rechenkünstler Gert Mittring, die das Publikum weiter bis zur Eröffnungszeremonie mit ihrem Können unterhielten. Das alle vereinende Motto lautete im Star-Trek-Geiste: Wir alle sind eine große Familie und sollten zusammen Spaß haben! Wie einfach und unkompliziert man Bekanntschaften und Freundschaften schließt, erfuhr ich bereits diesen Tag. Als ich in meiner Unterkunft eintraf, wurde ich noch von mindestens drei anderen Besuchern empfangen und wir ließen den Abend locker ausklingen, während andere Gäste noch in der Hotellounge feierten.

SamstagBearbeiten

Gemeinsam machte man sich am nächsten Tag mit neuen Bekannten wieder in Richtung Hotelgelände auf. Dort angekommen, heizten die TNG-Darsteller Jonathan "Johnny" Frakes und Brent Spiner mit einer ganz besonderen Morgenshow kräftig ein. Die beiden sind (wie ich noch von der Star Trek Destination Germany in Frankfurt in Erinnerung habe) hervorragende Entertainer und definitiv eines, wenn nicht das Highlights des Tages. Verständlicherweise waren andere Stargäste, darunter auch Grace Park, ebenso freundlich und humorvoll aufgelegt, dennoch konnten sie den beiden nicht das Wasser reichen. Höchst interessant war das Panel mit Brian Muir, das ein Blick hinter die Kulissen von "Star Wars", "Indiana Jones" und einigen anderen Filmen ermöglichte. Dabei erzählte der Bildhauer und Künstler, wie er an die Arbeit gekommen war, wie er dort an den Masken für Darth Vader gearbeitet und zahlreiche Droiden wie C-3PO angefertigt hatte und welche Schwierigkeiten es dabei gab. Interessant waren auch die zahlreichen Fachvorträge, die von Fans für Fans gehalten wurden. Egal ob über Zeitreisen in "Star Trek", über Die Macht in "Star Wars" über Weltenbau in der Science-Fiction oder über die Geschichte der Special Effects - die Themenauswahl war mannigfaltig.

Bemerkenswerte Kleinigkeiten: Positiv überrascht war ich auch über neue Beschilderung. Am Vortag war es noch ein wenig zu Verwirrung gekommen. Ein kleiner Kritikpunkt war dagegen das recht eintönige Essensangebot, da an allen Tagen die gleichen Speisen angeboten wurden. Hier half nur Selbstversorgung - doch zum Glück war Selbstversorgung auf dem Gelände erlaubt.

Noch mehr als gestern zeigten sich Fans heute in prächtigen, teilweise ausgefallenen Kostümen. Man traf sich am Nachmittag auch im Park, um einige große Gruppenphotos zu machen und das darstellerische Können zur Schau zu stellen.

Gestärkt durch die Verschnaufpause am Nachmittag ging es also wieder in den Hauptsaal. Wo Robert Picardo mit seinen Deutsch- und Gesangeskünsten glänzte. So dichtete er auch das allseitsbekannte "La donna è mobile" von Guiseppe Verdi um und berichtete von seiner gemeinnützigen Arbeit in der Orginasation "The Planetary Society", die sich u.a. für die Erforschung des Weltalls einsetzt. Besonders gut tat das Management der FedCon GmbH natürlich daran, Darsteller wie Rekha Sharma und Jason Isaacs ("Star Trek: Dsicovery") zu verpflichten. Wobei Isaacs erst einmal humorvoll hauptsächlich von seiner Arbeit bei "Harry Potter" berichtete. Dennoch meint er, sollten Fans von Discovery, der Serie in der zweiten Staffel eine Chance geben, da sich der Ton und das Thema ändern würde.

Entsprechend groß war die Wiedersehensfreude, als sich die gesamten "Battlestar Galactica"-Darsteller in einem Panel wieder trafen. Einige der Darsteller waren zu Witzen und Scherzen aufgelegt, darunter auch Tahmoh Penikett, Aaron Douglas und Michael Trucco. Teilweise wurden die alteingesessenen wehmütig, da Captain Apollo-Darsteller Richard Hatch letztes Jahr verstorben war. Insgesamt streckte sich das Panel dann doch, da ein paar Fans einige doch sehr allgemein gehaltene Fragen an alle Darsteller gleichzeitig richteten. Dort hätte ein Moderator doch besser eingreifen müssen. Dennoch war es dass Wiedersehen gut gelungen.

Abschließend ging es fließend in die Lounge zum Abendessen, bis in die Nacht feiern und wieder einmal neue Freundschaften knüpfen. Diesmal kam es zu sogar einigen netten internationalen Begegnungen.

SonntagBearbeiten

Ausgeruht und gut vorbereitet, freute ich mich auf die ersten Vorträge ds Tages. Astronautin Samantha Cristoforetti sollte heute über ihren Werdegang, die Arbeit bei der ESA und ihre Erfahrungen an Bord der ISS sprechen. Eine hochspannende Gelegenheit - denn wie sieht die Zusammenarbeit zwischen den Teilnehmern aller Ländern aus? Was für Experimente werden dort durchgeführt? Wie reagiert die Mannschaft in einem Katastrophenszenario à la "Gravity"? Sie gab sie einen Überblick über die spannenden Projekte, die uns in den kommenden Jahren erwarten würden und vielleicht noch einige Geheimnisse des Universums lüften würden. Darunter den Solar Orbiter, den ExoMars Rover und Euclid mit dem die Expansion des Alls gemessen werden soll. Außerdem konnte man in einem Panel und am Stand Fragen an die Mitarbeiter über Projekte wie Rosetta oder über ihren Arbeitsalltag im ESOQ stellen. Durch ihren Standort in Deutschland, und vor allem des Kontrollzentrums ESOC in Darmstadt, arbeiten sie auch mit einigen deutschen Universitäten zusammen. Für mich war es definitiv eines der Highlights der FedCon. So stand der Tag diesmal vor allem im Fokus der Wissenschaft und Weltraumforschung, fernab der Fiktion.

Nebenbei ging es gewohnt weiter. Dabei gab es auch wie immer die eine oder andere Information aufzuschnappen. Unter anderem verriet Zach Galligan als Hauptdarsteller in der "Gremlin"-Filme, zu welchen Tricks bei der Produktions mit den 50.000 Dollar teuren Modellen gegriffen wurde und dass CGI natürlich eine willkommene Erleichterung gewesen wäre. BSG-Darsteller Tricia Helfer und James Callis berichteten, wie es zu ihren vielen Szenen in der Holzhütte gekommen war und wie dort die Dreharbeiten verliefen.

Neben den Panels und Vorträgen des Tages, durften auch die üblichen Debatten nicht fehlen: Natürlich beschäftigte viele Fans die Frage: Was ist besser "Star Trek: Discovery" oder "The Orville"? Eine eindeutige Antwort gab es natürlich nicht, denn das muss jeder Fan mit sich allein ausmachen. Auch wenn viele Fans wegen der eher "harmlosen" und utopischen Darstellung zu "The Orville" tendieren (auch aufgrund der Anleihen an "alte" Star-Trek-Folgen), hatte auch Discovery seine Anhänger. Moderator Robert Vogel erwähnte auch die semi-professionelle Fanproduktion "Star Trek Continues" den "wahren Geist" der Serie hochleben lasse. Aufgrund der strengen Richtlinien Paramounts bezüglich Fanproduktionen wurde sie jedoch schnell eingestellt. Hier stimme ich ihm absolut zu und ich bin froh, dass wir Fans doch viele Möglichkeiten haben, uns zu amüsieren.

Neben vielen anderen Veranstaltungen wie Lesungen, ließ ich es mir nicht nehmen, einige Modelle und Kunst zu bestaunen, die mit Können, Geschick aber auch viel Zuneigung gestaltet wurden. Nachdem ich noch die Sieger des Cosplay-Contests miterleben durfte, machte ich mich wehmütigen Herzens auf den Heimweg und verabschiedete mich von liebgewonnenen Bekanntschaften.

FazitBearbeiten

Abschließend lässt sich sagen, dass die FedCon ihrem Ruf wirklich gerecht wurde! Der hohe Eintrittspreis von 125 bis 135 Euro für ein Wochenende ist aufgrund der Organisation und des reichhaltigen Programms vollkommen gerechtfertigt. Zwar gab es ein zwei kleinere Kritikpunkte, die leicht verbessert werden können, welche die Freude jedoch nicht trüben. Im Gegensatz zu vielen anderen Conventions, geht es zwischen den Besuchern deutlich familiärer zu und auch wenn man allein reist, findet man meist sofort Anschluss zu Gleichgesinnten. Auch ist ein Lob für die Betreuung von Menschen mit Handycap angebracht, denen immer ein persönlicher Ansprechpartner zur Seite gestellt wird.

Alles in allem ist die FedCon besonders für Science-Fiction-Fans definitiv einen Besuch wert und ich freue mich schon, das nächste Jahr wieder dabei zu sein!

 


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Aki-chan

Aki ist seit Sommer 2008 auf FANDOM unterwegs und seit Mitte 2016 Teil des Entertainment-Teams. Besonders haben es ihr gut gemachte Serien und Anime angetan. Sie ist seit ihrer Jugend begeisterter Star-Trek-Fan und verliert sich gerne beim Lesen und Schauen in den Universen langer Sci-Fi- und Fantasy-Sagas. Deswegen trefft ihr sie hauptsächlich im Game of Thrones Wiki an.