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Das GuttenPlag Wiki ist Grimme-Preisträger 2011

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Der GOA für das GuttenPlag Wiki

Letzte Woche hat das Adolf-Grimme-Institut die Grimme Online Awards 2011 vergeben. Der Grimme Online Award ist mit Abstand die renommierteste Auszeichnung, die ein Webangebot in Deutschland einheimsen kann. Die Wikipedia hat im Jahr 2005 einen abgesahnt und dieses Jahr war das GuttenPlag Wiki dran.

Am GuttenPlag Wiki dürfte in den letzten paar Monaten eigentlich keiner vorbeigekommen sein. In diesem Wiki wurde die Dissertation des ehemaligen Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenbergs unter die Lupe genommen. Innerhalb kürzester Zeit haben dort eine Vielzahl von Nutzern auf gut 95% aller Seiten (!) Plagiate gefunden. Unter anderem diese Dokumentation wissenschaftlichen Fehlverhaltens hat dann zu seinem Rücktritt geführt.

Ich habe letzte Woche die Preisverleihung in der Vulkanhalle in Köln besucht und habe dort das Wiki, seine Community und Wikia repräsentiert. In der Öffentlichkeit habe ich bereits mehrfach das GuttenPlag Wiki nach außen vertreten, da viele der Communitymitglieder aufgrund schlechter Erfahrungen in der Vergangenheit pseudonym bleiben möchten. Die Auseinandersetzung mit mir ist auch oft etwas einfacher, da ich zwar inhaltlich nicht in die Plagiatesuche involviert bin, aber doch ganz gut einen Überblick über die Vorgänge im Wiki geben kann.

Außer mir war übrigens auch der Gründer des Wikis auf der Preisverleihung - allerdings "inkognito" :-)

Das GuttenPlag Wiki war in der Kategorie "Spezial" nominiert und war eines von zwei Webangeboten, die mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet wurden. Bereits während der Nominierungsphase galt das Wiki als Favorit und wurde super positiv wahrgenommen. Während der Preisvergabe wurden zunächst alle nominierten Websites vorgestellt und anschließend die Gewinner ausführlicher vorgestellt. Das GuttenPlag Wiki war das einzige Projekt am ganzen Abend, was bereits während des Nominierungsvideos Applaus bekam.

Leider gibt es bisher keine Videoaufnahmen von der Verleihung in guter Qualität, aber von dem folgenden Amateurvideo könnt ihr vielleicht einen ersten Eindruck gewinnen:

Grimme Online Award 2011 Spezial13:27

Grimme Online Award 2011 Spezial

Da der Preis natürlich der Community gebührt, hatte ich mich dazu entschlossen, diese mit mir auf die Bühne zu nehmen. Am Tag vorher hatte ich eine Liste der mehr als 900 angemeldeten Benutzer und der etwa 20.000 anonymen Autoren, die am GuttenPlag Wiki mitgewirkt haben, ausgedruckt. Das scheint auch ganz gut angekommen zu sein, wenn ich mir die Presseberichte so anschaue :-)

Ganz herzlichen Glückwunsch an die Community des GuttenPlag Wikis, die diesen Preis wirklich verdient hat!

Zum Schluß noch die Begründung der Jury:

Zu einem Zeitpunkt, als große Verwirrung herrschte über die Bewertung der Dissertation von Karl-Theodor zu Guttenberg, schaffte das „GuttenPlag Wiki” Klarheit. In einer bisher ungesehenen Form der Zusammenarbeit prüften Tausende Webnutzer die Doktorarbeit im Einzelnen und deckten Unstimmigkeiten auf. Gefundene Plagiatstellen wurden im Detail den Originaldokumenten gegenübergestellt. Eine Übersicht der aufgefundenen Stellen wurde laufend auf der Hauptseite aktualisiert. Diese Arbeitsweise sorgte in kurzer Zeit für vorzeigbare Resultate.

Die für jeden nachprüfbare Aufl istung machte die Website zu einer zentralen Anlaufstelle in der Diskussion über Plagiate in der Dissertation, die in den Medien und in der Bevölkerung über Wochen geführt wurde. Herausragend ist die faire und unvoreingenommene Arbeitsweise der Administratoren des Wikis, die den Ansturm von Mitarbeitern in konstruktive Bahnen lenkten und Lesern eine nüchterne Übersicht der Erkenntnisse lieferten. Den öffentlichen Aussagen von Minister Guttenberg zu seiner Arbeit wurden so für alle nachprüfbare Fakten gegenübergestellt. Nicht nur die Projektidee der Initiatoren war bemerkenswert, sondern auch die Hundertschaften von Webnutzern, die online und offl ine immer neue Passagen fanden, die in der Dissertation ohne Quellenangabe verwendet wurden. Das Projekt macht deutlich, dass Textvergleiche gut kollaborativ organisiert werden können und welche Möglichkeiten das Web generell für gemeinsames Arbeiten bietet.

(Eigentlich eine Schande, dass ich den Beitrag jetzt erst veröffentliche - fast eine Woche später! Leider waren die letzten Tage und Wochen augenscheinlich so stressig, dass ich ein wenig anfällig geworden bin und mir eine schwere Erkältung mit einer fiesen Halsentzündung zugelegt habe. Deswegen mussten auch ein paar Radio-Interviews ausfallen, weil ich zu gruselig klang :-). Aber langsam wirds wieder besser...)

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