Fandom

Wikia Deutschland

Kommentare0

Eröffnungsfilm: Sightseers

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

FFF-Banner klein.jpg

Gestern begann nun endlich auch in Köln das Fantasy Filmfest und als die Veranstalter das Publikum vor dem Eröffnungsfilm begrüßten, machten sie gleichzeitig die Vorteile des diesjährigen späten Startplatzes deutlich. Probleme mit der digitalen Technik haben wohl in Berlin, München und Co. zu kleineren Problemen, wie beispielsweise dem Screening von koreanischen Filmen ohne Untertitel geführt – wir Kölner und Frankfurter müssen das jetzt eher nicht mehr befürchten. Ansonsten gaben die stolzen Organisatoren noch bekannt, dass sie in diesem Jahr mehr Weltpremieren als jemals zuvor an Land ziehen konnten und dass fast keine „Gurken“ dabei seien. Eine überraschend ehrliche Formulierung, die man sich durchaus bei anderen Festivals auch mal wünschen würde.


Sighteers1.jpg
Los ging es dann mit dem Eröffnungsfilm „Sightseers“, und die schwarze Komödie aus Großbritannien ist definitiv keine Gurke - eher eine Aubergine, die zubereitet zwar ein bisschen eklig aussieht, aber sehr gut schmeckt.


Es geht um die 34-jährige Tina, die immer noch bei ihrer Mutter lebt. In der Eröffnungssequenz hören wir die ältere Frau laut jammern und als Tina sehen will, ob es ihr gut geht, muss sie erst 20 mal ihren Namen murmeln, bis diese reagiert - und das obwohl die Tochter genau neben ihr steht. Man kann sich also den Alltag der beiden vorstellen und plötzlich hat man an seinen eigenen Eltern viel weniger auszusetzen. Auch Tina kann den Psychoterror nicht mehr ertragen und will mit ihrem neuen Freund Chris eine Wohnmobil-Tour durch Yorkshire unternehmen, nicht ahnend, dass sie dort eine ganz neue Form von Terror erwartet.


Knuddeln Tina und Chris auch zu Beginn des Films noch gemeinsam in ihrem Kinderzimmer, stellt sich schon bald heraus, dass der bärtige Mann nicht der sensible und ausgeglichene Möchtegern-Schriftsteller ist, als der er sich ausgibt. Wir alle wissen: Es gibt diese Tage, an denen man Gewalt-Fantasien gegen alles und jeden entwickelt, von dem man sich genervt fühlt. Chris setzt diese Fantasien allerdings regelmäßig in die Tat um. Wenn jemand die Umwelt verschmutzt und seinen Fehler dann noch nicht mal einsieht, wird er eben überfahren und deswegen muss man dann auch kein schlechtes Gewissen haben. Sowohl die
Sighteers2.jpg
Komik als auch das schockierende Element im Film entstehen durch den Kontrast von Mord und der totalen trostlosen Normalität. In der einen Szene steht Tina in selbstgestrickter Unterwäsche mit Loch im Schritt vor Chris, um ihn im wackligen Wohnmobil zu vernaschen, in der nächsten wird einem besserwisserischen Wanderer genüsslich die Visage zermanscht. Das Setting von Yorkshire unterstützt diese Prämisse. Man könnte die Landschaft im Film wohl als schön schäbbig beschreiben - schön in ihrer weiten zerklüfteten Landschaft, und schäbbig mit ständigem diesigen Regenwetter. Ähnliches gilt auch für die Bewohner.


Die beiden Hauptdarsteller Alice Lowe und Steve Oram geben beeindruckende Performances ab und schaffen es tatsächlich, die manchmal überspitzt gezeichneten Charaktere stets real erscheinen zu lassen. Das liegt sicher auch daran, dass die beiden das Drehbuch selbst geschrieben und ihnen niemand die Sätze in den Mund gelegt hat. Trotz Improvisation am Set wirkt kein Dialog zu viel oder fehl am Platz.

Sightseers ist im Endeffekt ein Film über eine Frau, die sich emanzipieren muss. Alice Schwarzer hätte wahrscheinlich trotzdem wenig Spaß beim Gucken. Das Finale könnte ihr allerdings gefallen...


Fff Footer.jpg

Auch bei Fandom

Zufälliges Wiki