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Fantasy Filmfest: Doomsday Book

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Die südkoreanischen Regisseure Jee-Won Kim und Pil-Sung Yim haben mit Doomsday Book ein spannendes Experiment gewagt. Der Film besteht aus drei eigenständigen Teilen, die in ihren Geschichten zwar voneinander unabhängig sind, sich aber inhaltlich befruchten. Heraus kommt eine visuell wundervolle Gesellschafts-Studie, die die Frage aufwirft, in welcher Rolle wir Menschen uns auf der Welt sehen und wie lange das noch gut gehen kann.


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Für die erste Episode „Brave New World“ ist Regisseur Pil-Sung Yim verantwortlich. Es geht um den tollpatschigen Yoon Seok-Woo, dessen Eltern auf Hochzeitsreise sind und der nun das erste Mal in seinem Leben im Haushalt einen Finger krumm machen muss. Den Müll rauszubringen übersteigt schon fast seine schwachen Nerven, denn die Tonne mit verschimmelten Essensresten bringt ihn zum Würgen. Mit Mühe und Not kann er sich aber überwinden und der industrielle Kreislauf beginnt. Der Müll wird abgeholt, sortiert, weiterverarbeitet und schließlich den Kühen zum Fraß vorgeworfen, die kurze Zeit später wiederum selbst auf der Grillplatte landen. Gierig vor dem Teller neben dieser Platte sitzt nun ausgerechnet wieder Yoon Seok Woo. Er hat ein Blind Date und zu seiner Überraschung scheint sein hübsches Gegenüber tatsächlich von ihm angetan zu sein. Leider fand irgendwo auf dem Weg des Abfalls zur Kuh eine chemische Reaktion statt und die Rindsleber, die der junge Mann sich mit Genuss reinschaufelt, ist der Auslöser einer riesigen Zombie-Epidemie.

Brave New World veranschaulicht die absurde Anonymität unseres Konsumprozesses und liefert prompt die passende Strafe dafür. Die hier entstandenen Zombies sind allerdings nicht nur untote Fressmaschinen. Neben ihren bestialischen Bedürfnissen ist ihnen tatsächlich ein kleines Stückchen Seele geblieben. Ein kleiner Strohhalm immerhin - wir sind noch nicht verloren.


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Der nun folgende Teil „The Heavenly Creature“ spielt in einer Zeit, in der Hightech-Roboter zum Alltag gehören und den Menschen nicht nur die Arbeit abnehmen, sondern ihnen auch Haustiere, Begleiter und manchmal sogar Lebenspartner sind. RU-4 ist einer von ihnen, doch dieses besondere Exemplar hat eine im wahrsten Sinne des Wortes heilige Grenze überschritten. Er behauptet, erleuchtet zu sein und lebt mittlerweile in einem Kloster mit Mönchen, die in ihm einen Buddha sehen. Die Hersteller der Maschine sind davon ganz und gar nicht begeistert. Sie schicken einen Techniker, der den Fehler in RU-4s System finden soll - ohne Erfolg.

Roboter mit Identitätskrise haben wir schon in vielen Film gesehen, doch Jee-Won Kim findet mit dem buddhistischen Motiv noch einmal einen originellen Ansatz. Der Mensch fühlt sich bedroht von dem, was er selbst geschaffen hat. RU-4 scheint nicht nur „körperlich“, sondern auch geistig und sogar emotional überlegen zu sein. Er studiert die buddhistische Lehre nicht nur - er lebt sie auch. Ganz im Gegenteil zu seinen Entwicklern. Am Ende muss der Klügere nachgeben und es fällt nicht schwer zu erraten, wer das wohl sein wird.


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Für „Happy Birthday“ haben sich die beiden Regisseure zusammen getan und einen im positiven Sinne komisch-absurden Abschluss für die Geschichte gefunden. Hier zerstört ein kleines Mädchen die 8-er Billardkugel ihres Vaters. Als sie fürchtet, die Sache könnte auffliegen, schmeißt sie die kaputte aus dem Fenster - mitten in ein Wurmloch, und bestellt online eine neue. Zwei Jahre später wird diese in Form eines riesigen Meteoriten, der auf die Erde zu rast, geliefert. Das Mädchen versucht, ihren Auftrag zurück zu ziehen, doch es ist zu spät. An ihrem Geburtstag warten sie und ihre Familie im Bombenkeller auf den bevorstehenden Weltuntergang.

„Happy Birthday“ ist das liebevoll-verrückte Portrait einer Familie, deren Tochter den Weltuntergang bestellt hat, und deren Mitglieder einander trotzdem lieben. So wünschen wir uns das doch für eine Apokalypse.


Doomsday Book ist für einen Zuschauer, der an amerikanische Filme mit klassischer Dramaturgie und Aktstruktur gewöhnt ist, vielleicht anfangs ein bisschen sperrig, aber es lohnt sich definitiv, mit offenem Geist an die Sache heran zu gehen. Man wird mit einer beeindruckenden und herzlichen Geschichte belohnt.


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