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Fantasy Filmfest: Killer Joe

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Eigentlich kann ich Matthew McConaughey nicht ertragen. Ich finde ihn sogar richtig zum kotzen. Zu oft wurde ich in furchtbaren Filmen wie „Sahara“, „Zum Ausziehen verführt“ und „Ein Schatz zum Verlieben“ von ihm gequält, doch nach Killer Joe kann ich eigentlich nicht anders, als Größe zu zeigen, und ihm dafür zu vergeben. Denn dieser Film ist großartig - dunkel, brutal, beklemmend, intelligent und einfach nur spannend anzusehen.


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Der 22-jährige Chris ist an Schwierigkeiten gewöhnt, doch diesmal sitzt er tiefer in der Klemme denn je. der junge Drogendealer schuldet seinem Auftraggeber 6000 Dollar. Kann er die nicht zahlen, wird man ihn töten, daran besteht absolut kein Zweifel. Sein Boss hat schließlich einen Ruf zu verlieren. In seiner Verzweiflung wendet er sich an seinen abgewrackten Alkoholiker-Vater Ansel, der, wie zu erwarten, selbst nichts in der Tasche hat. Chris hat aber schon einen Alternativ-Plan im Ärmel. Seine Mutter und Ansels Ex-Frau hat eine Lebensversicherung abgeschlossen, die im Todesfall Chris‘ jüngerer Schwester Dottie zukommt. Würde die Frau nun also das Zeitliche segnen, könnte das Geld durch vier geteilt werden und alle, mit Ausnahme der Mutter, wären glücklich und zufrieden. Da sich keiner der beiden einen Mord zutraut, wird ein Profi engagiert. „Killer Joe“ ist eigentlich Polizist, was ihn aber nicht davon abhält, sich noch ein bisschen was dazu zu verdienen. Das Problem: Auch er will bezahlt werden, und zwar im Voraus. Eine Lösung für das Dilemma findet sich in Form der kleinen Schwester Dottie. Als Killer Joe zum ersten Mal ein Auge auf den blonden Teenager wirft, ist er hin und weg. Er fordert sie als „Pfand“, das heißt, sie gehört ihm, bis das Geld bezahlt ist.


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Vater, Bruder und Stiefmutter schließen den Pakt mit dem Teufel ab und nun beginnt ein Spiel, bei dem es keine Gewinner mehr geben kann. Aufgewachsen in dieser völlig kaputten Familie, ist Dottie nicht besonders überrascht davon, dass sie und ihre Jungfräuligkeiten verkauft werden, um die eigene Mutter umzubringen. Nach einer Weile scheint sie sogar tatsächlich Gefallen an dem Kinderschänder zu finden und findet in ihm einen kleinen Hoffnungsschimmer, ihr trostloses Wohnmobil-Leben endlich hinter sich zu lassen.


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Killer Joe basiert auf einem Theaterstück von Tracy Letts, die auch für die Drehbuch-Adaptation verantwortlich ist. Man kann sich den Film mit seinen cleveren Plot-Twists und den pointierten Dialogen sehr gut auf der Bühne vorstellen, doch Regisseur William Friedkin findet die filmischen Mittel, um eine so intensive Atmosphäre zu schaffen, wie man sie wohl nur im dunklen Kinosaal richtig erleben kann. Die langen Nahaufnahmen der zurückhaltenden aber extrem ausdrucksstarken Mimik von Juno Temple verursachen Gänsehaut und ich bin begeistert von der unschuldigen Genialität, mit der sie ihre Rolle spielt.


In diesem cleveren Thriller mit Film Noir-Elementen kann man keinem vertrauen. Der Zuschauer mag mit Chris, dem charmanten Taugenichts sympathisieren, doch Friedkin zwingt uns, diese Positiong infrage zu stellen und entlarvt den Egoismus, den man selbst so gern ignoriert, weil man ihn in sich selbst erkennt. Auch Killer Joe scheint zwischendurch im Kontrast zu der durch und durch unmoralischen Familie seine guten Momente zu haben, doch die Brutalität lauert ständig unter der Oberfläche. Einzig und allein Dottie ist noch nicht verloren und in einem großartigen Finale entscheidet sich, ob der Teufel es schafft, sich auch ihre Seele zu holen.


Killer Joe ist keine leichte Kost und dem Grauen zuzusehen, macht nicht immer Spaß - aber es lohnt sich.


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