Fandom

Wikia Deutschland

Kommentare0

Fantasy Filmfest - Chained

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

FFF-Banner klein.jpg

Für Jennifer Lynch sind Kontroversen nichts Neues. Als sie mit 25 Jahren ihren ersten Langfilm drehte, in dem ein Chirurg seine Angebetete im Keller gefangen hält und ihr nach und nach die Gliedmaßen amputiert, wurde sie von den Kritiker zerrissen und legte erstmal eine 15-jährige Schaffenspause ein. Mit diesem Hintergrund sah ich mir „Chained“ ein bisschen voreingenommen an. Ich erwartete provokanten, blutigen Folterhorror, stattdessen wurde ich positiv von einem Film überrascht, der eher als streckenweise ziemlich interessant gestrickter Psycho-Thriller einzustufen ist.


Der kleine Tim und seine Mutter nehmen nach einem Kino-Besuch ein Taxi nach Hause. Als der Fahrer die erste Ausfahrt verfehlt, beginnen die beiden, sich Sorgen zu machen und tatsächlich ist ihre Angst mehr als begründet. Der Fremde entführt sie zu seinem Haus, mitten im Nirgendwo. Dort angekommen zerrt er die Mutter aus dem Auto und Tim muss mit anhören, wie sie vergeblich um ihr Leben schreit.
Rabbit.jpg
Als alles vorbei ist, beschließt der Täter, den Jungen zu verschonen und stattdessen als persönlichen Sklaven zu halten. Tim ist von nun an dafür verantwortlich, seinem Peiniger das Essen zu servieren und die mit erschreckender Regelmäßigkeit auftretenden Leichen zu vergraben. Als Tim eines Tages versucht, zu fliehen, legt Bob, so der Name des Entführers, den Jungen an eine Kette und jegliche Hoffnung, den Horror hinter sich zu lassen, ist zerstört.


Bob.jpg
Neun Jahre später tut die Kette immer noch ihren Dienst und Tim, von seinem Entführer nur „Rabbit“ genannt, ist zu einem verstörten, aber körperlich gesunden, jungen Mann heran gereift. Sein Verhalten ist allerdings immer noch das eines Kindes. Die Rollenverteilung im Haus hat sich nicht geändert - Rabbit ist nach wie vor für das Essen zuständig und sitzt beim Fernsehen zu den Füßen des Mörders. Ausgelöst von einem Erlebnis während einer Taxifahrt, beschließt Bob eines Tages, Rabbit mehr Aufmerksamkeit zu schenken und ihm zu helfen „etwas aus seinem Leben zu machen“. Gemeint ist damit, so zu werden wie er selbst, das heißt, alles über den menschlichen Körper zu lernen und vor allem, wie es sich anfühlt, ihn zu töten. Nun beginnt ein spannendes Psycho-Duell, denn zum ersten Mal, während seines Lebens in Gefangenschaft, beginnt Rabbit, gegen Bob anzukämpfen. Er ist fest entschlossen, diese letzte Hürde vor seinem inneren Abgrund aufrecht zu erhalten, doch gleichzeitig will er Bob nicht enttäuschen. Denn trotz aller Grausamkeiten ist der Psychopath eben alles, was er hat. An dieser Stelle kommt dem Zuschauer unweigerlich Natascha Kampusch in den Sinn, die zwar unerträgliches Leid erfahren musste, sich aber trotzdem über Umarmungen ihres Entführers gefreut hat.


RabbitOld.jpg
Jennifer Lynch hat mit einfachen filmischen Mitteln ein spärlich eingerichtetes Haus in einen Vorhof zur Hölle verwandelt. Rabbits Tortur ist stellenweise gut nachzufühlen, einzig die frappierende Ähnlichkeit von Schauspieler Eamon Farren und Twilight-Darsteller Robert Pattinson hat teilweise extrem abgelenkt. Ich konnte Rabbits Dilemma einfach nicht immer ernst nehmen, wenn ich einen glitzernden Vampir vor mir gesehen habe und vielen anderen Zuschauern ging es genau so. Eigentlich kann dafür niemand etwas, aber nichtsdestotrotz ist es ein kleiner Nachteil für den Film.


Es ist natürlich schon interessant, dass gerade Jennifer Lynch einen Film macht, indem es darum geht, Ketten zu schlechten Vätern zu sprengen. Bob ist zwar nicht Rabbits bilologischer Vater, doch die Metapher ist durchaus anzuwenden. Genau wie viele andere junge Männer muss Rabbit es schaffen, sich "abzunabeln", um sein eigener Mensch zu werden. Ob das wohl auf die Beziehung der Regisseurin zu ihrem eigenen berühmten Vater schließen lässt? Wir wollen es nicht unterstellen und hoffen, dass der neben dem Filmemachen und durch-Mediation-Weltfrieden-schaffen, ab und zu noch Zeit für seine talentierte Tochter findet.


Fff Footer.jpg

Auch bei Fandom

Zufälliges Wiki