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OMG, keine Comic-Verfilmung diesmal! Genug Action gibt es in den kommenden Wochen trotzdem und zwar unter weiblicher Führung. Wer selbst eine Karriere im Filmbereich anstrebt, sollte den neuen Film von Steven Soderbergh nicht verpassen, denn der doch-nicht-Frührentner braucht ab jetzt keine teuren Kameras mehr. Ihm reicht das iPhone.

Red Sparrow

Kinostart: 01.03.2018
Regie: Francis Lawrence
  Darsteller: Jennifer Lawrence, Joel Edgerton

Red Sparrow wird wohl den meisten ein Begriff sein, weil das Internet voll mit Thumbnails von Jennifer Lawrence im Bikini ist. Aber es lohnt sich durchaus auch mal über die Attraktivität der Hauptfigur hinauszuschauen, auch wenn die zugegebenermaßen für den Film eine wichtige Rolle spielt. Lawrence verkörpert nämlich eine russische Geheimagentin aus dem sogenannten Red-Sparrow-Programm, das die Spioninnen auch dafür ausbildet, ihre Körper zu benutzen, um an Informationen zu kommen. Die Romanvorlage stammt aus der Feder eines ehemaligen CIA-Agenten, zumindest einen gewissen teil von Wahrhaftigkeit kann man den beschrieben Horror-Methoden der Agentenausbildung also wohl erschreckenderweise zuschreiben. Im Film wird die ehemalige Ballerina Dominika auf einen CIA-Agenten angesetzt, von dem sie den Namen eines Maulwurfs herausfinden soll. Doch dann verliebt sie sich in den Mann – oder gehört das am Ende zu ihrem Plan? Francis Lawrence geht in seinem ersten Film seit der Tribute von Panem-Reihe nicht gerade vorsichtig mit Klischees um, aber Jennifer Lawrence reißt das wie üblich heraus. Dank ihr verkommt Red Sparrow nicht zu einem Brutalo-Erotik-Streifen, sondern ist tatsächlich ein spannender und psychologisch interessanter Action-Thriller.

Das schweigende Klassenzimmer

Kinostart: 01.03.2018
Regie: Lars Kraume
  Darsteller: Leonard Scheicher, Tom Gramenz, Jonas Dassler

Nicht jede Rebellion muss laut sein. Das bewies 1956 eine Schulklasse in der DDR, die im Unterricht zwei Schweigeminuten einlegte, um sich mit den Opfern des Ungarn-Aufstands zu solidarisieren. Dass die Schüler Theo und Kurt überhaupt von der Rebellion gegen die russische Besatzung wissen, haben sie einem verbotenen Ausflug in ein West-Kino zu verdanken. Als sie ihren Mitschülern davon erzählen, sind nicht alle mit dem Schweigeplan einverstanden, doch letztendlich macht die ganze Klasse mit. Welche Wellen diese zwei Minuten Stille schlugen, ist heute kaum vorstellbar. Nachdem der Fall in die höchsten Instanzen durchsickerte, sahen sich alle Schüler mit dem Ende ihrer akademischen Karriere konfrontiert, noch bevor sie richtig begonnen hatte. Der einzige Ausweg: Denjenigen verraten, der sich die Aktion ausgedacht hat. Die wahre Geschichte hat der geübte Historienregisseur Lars Kraume jetzt für die Leinwand adaptiert und einen wirklich berührenden Film über Zivilcourage ohne übermäßigen Schmalz oder Pathos daraus gemacht.

Tomb Raider

Kinostart: 15.03.2018
Regie: Roar Uthaug
  Darsteller: Alicia Vikander, Dominic West

15 Jahre nachdem Angelina Jolie das Handtuch geworfen hat, kommt Videospiel-Ikone Lara Croft wieder auf die Leinwand. Es steht zu erwarten, dass sich der Trash-Faktor deutlich verringert hat, was man nach dem legendären Kampf zwischen Lara und dem Hai in Die Wiege des Lebens fast bedauern muss. Diese Entwicklung hat die Filmreihe mit den Spielen gemeinsam, in denen der Heldin 2015 bekanntlich ein komplettes Makeover verpasst wurde. Der neue Film orientiert sich aber nicht nur am neuen Look, sondern auch der Handlung der Origin-Story des Games. Laras Vater, der berühmte Entdecker Richard Croft, ist vor sieben Jahren spurlos verschwunden. Seine Tochter, mittlerweile 21 Jahre alt, will nicht in seine unternehmerischen Fußstapfen treten, weil sie insgeheim davon überzeugt ist, dass ihr Vater noch am Leben ist. Eines Tages beschließt sie, die Suche selbst in die Hand zu nehmen und tritt die Reise zu einer kleinen Insel in Japan an (Videospielfans werden die Trailer-Szenen der Überfahrt 1:1 aus dem Game-Trailer wiedererkennen), wo ihr Vater das letzte Mal gesehen wurde. Hier lauern natürlich alle möglichen Gefahren, die in gewohnter Actionmanier aus dem Weg geräumt werden müssen und ein paar archäologische Entdeckungen gibt es natürlich auch zu machen. Good old Tomb Raider Fun.

I, Tonya

Kinostart: 22.03.2018
Regie: Craig Gillespie
  Darsteller: Margot Robbie, Allison Janney, Sebastian Stan

Wer 1994 schon im fernsehtüchtigen Alter war, wird diesen Fall nicht vergessen haben. Nach dem Training wurde US-Eiskunstlauf-Star Nancy Kerrigan brutal mit einer Eisenstange attackiert und kam nur knapp um bleibende Schäden herum. Kurz darauf wurde der Mann ihrer Konkurrentin Tonya Harding für die Planung des Verbrechens verhaftet. Die grotesken Ereignisse, die zu der Tat geführt haben, erzählt Craig Gillespie jetzt im Biopic „I, Tonya“. Er beginnt in der Kindheit der Ausnahme-Sportlerin, zeigt in tragikomischen Situationen, wie sie von ihrer kettenrauchenden Mutter durch Beleidigungen zu Höchstleistungen angespornt wird, sich einen Pelzmantel aus Eichhörnchen und Hasen schneidert und weinend vor das Auto ihres Vaters wirft, als der sich aus dem Staub macht. Es wird nicht leichter für Tonya, als sie ihren späteren Mann kennenlernt, der sie schon früh verprügelt. „Vielleicht hast du es verdient“ sagt die Mutter, doch Tonya glaubt ihr nicht. Aber sie hält es lange aus, denn Angriffe ist sie ja gewöhnt, von ihrer Mutter, den Sportjuroren und auch den Medien. In all dieser Tragik findet Gillespie stets den Humor und macht es dem Zuschauer damit unmöglich, all diese schrecklichen Menschen, die Verbrecher, die Sadisten und die hinterletzten Vollpfosten einfach hassen zu können. Margot Robbie gibt eine phänomenale Leistung ab und ist trotz Außenseiter-Status meine Favoritin für den Oscar.

Unsane - Ausgeliefert

Kinostart: 29.03.2018
Regie: Steven Soderbergh
  Darsteller: Claire Foy, Joshua Leonard, Juno Temple

Vor fünf Jahren verkündete Steven Soderbergh, dass er nie wieder einen Film machen würde – der Aufschrei von Kritikern und Filmfreunden war begrenzt. Ein Jahr später kletterte er dann am Set der großartigen Serie „The Knick“ auf den Regiestuhl zurück, 2017 war dann auch wieder ein Film drin. Soderbergh mag ein gewisses Händchen für Emo-Trash haben, aber man kann ihm als Filmemacher doch einiges zugute halten: und dazu gehört, dass er das Medium und die Art, wie es gemacht und vermarktet wird, stets hinterfragt und neue Dinge ausprobiert. Seinen neuen Thriller „Unsane - Ausgeliefert“ hat er jetzt komplett mit einem iPhone gedreht. Er ist damit nicht der Erste, aber doch der berühmteste und das Risiko ist diesmal aufgegangen. Im Film geht es um Sawyer, eine junge Frau, die sich vor kurzem einen neuen Job gesucht hat und umgezogen ist, um einen Stalker loszuwerden. Obwohl er abgeschüttelt zu sein scheint, leidet Sawyer noch immer unter Angstattacken und sucht eine Psychologin auf, die ihr damit helfen soll. Doch es bleibt nicht bei einem Gespräch. Als Sawyer zugibt, dass sie gelegentlich über Selbstmord nachdenkt, wird sie kurzerhand zwangseingewiesen und es kommt noch schlimmer. Ihr ehemaliger Stalker arbeitet in der Psychiatrie, aus der man sie nicht mehr herauslassen will. Nach der ersten Irritation funktioniert die iPhone-Ästhetik erstaunlich gut, Soderbergh findet nah an seiner Heldin die richtigen Bilder für ihre Beklemmung und Paranoia.

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Spinelli

Spinelli unterstützt als Teil des Community-Development-Teams bei FANDOM Deutschland den Entertainment-Bereich. Sozialisiert wurde sie durch Buffy the Vampire Slayer, ihre sportlichen Aktivitäten beschränken sich auf Pokémon-Jagden und Erkundungstouren durch Hyrule.